Husten mit Würgereiz– Ist das gefährlich?
Autorin: Dr. med. Chiara Grabmann, Ärztin
Ein würgender Husten bei Kindern kann für Eltern sehr beunruhigend sein. Viele Betroffene fragen sich, was die Hustenattacken auslöst und wie man sich am besten verhält – damit sind Sie nicht allein. Im folgenden Beitrag beleuchten wir die häufigsten Ursachen, erklären was dahintersteckt und wann Sie unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen sollten.
Woher kommt Würgehusten?
Würgehusten entsteht meist dann, wenn der Hustenreiz besonders intensiv oder langanhaltend ist. Bei Kindern sind die Atemwege noch sehr eng und die Reflexe empfindlich. Oft steckt eine Reizung der oberen Atemwege dahinter, etwa durch festsitzenden Schleim oder eine Entzündung im Rachenraum. Auch mechanische Reize im Rachen- und Kehlkopfbereich bei starken Hustenattacken können dazu führen, dass der Körper mit einem Würgereflex reagiert.
Wie kann Husten einen Würgereiz auslösen?
Das Würgen beim Husten ist ein Schutzreflex des Körpers, der verhindern soll, dass Schleim oder andere Sekrete in die tieferen Atemwege gelangen. Wenn ein Kind sehr tief und heftig hustet, kommt es zu einer starken Reizung im Kehlkopf- und Rachenbereich. Diese intensive Reizung kann dann einen Würgereiz auslösen und dazu führen, dass betroffene Kinder beim Husten würgen oder erbrechen. Insbesondere zäher Schleim, der beim Husten in den Rachen transportiert wird, kann den Würgereflex direkt mechanisch auslösen.
Mein Kind muss beim Husten würgen, ist das gefährlich?
In den meisten Fällen ist das Würgen bei einer gewöhnlichen Erkältung harmlos, auch, wenn es für das betroffene Kind sehr anstrengend und unangenehm ist und bei Eltern verständlicherweise für Beunruhigung sorgt.
Der Würgereiz ist eine natürliche Reaktion auf starken Reizhusten oder viel Schleim. Trotzdem sollten Sie die Beschwerden als Eltern ernst nehmen und gut beobachten. Der Würgereiz ist ein Anzeichen dafür, dass Ihr Kind unter starken Hustenbeschwerden leidet und unbedingt ausreichend Ruhe und Schonung braucht, um gegen den zugrundeliegenden Infekt ankämpfen zu können.
Gefährlich wird es, wenn das Würgen mit akuter Atemnot, einer bläulichen Verfärbung der Lippen oder einem pfeifenden Einatmungsgeräusch einhergeht. Auch wenn das Kind nach dem Hustenanfall auffallend erschöpft wirkt oder schlecht Luft bekommt, sollte sofort ärztliche Hilfe gesucht werden.
Ihr Kind ist noch klein und Sie möchten wissen, welche Ursachen hinter dem Husten stecken können? Lesen Sie hier: Husten bei Babys und Kleinkindern: mögliche Ursachen
Warum hat mein Kind nachts einen bellenden Husten?
Ein bellender Husten, der plötzlich mitten in der Nacht einsetzt, ist ein typisches Anzeichen für einen sogenannten Pseudokrupp. Dabei kommt es zu einer akuten Entzündung des Kehlkopfes, meist ausgelöst durch klassische Erkältungsviren im Rahmen eines grippalen Infekts.
Die Entzündung führt zu einer Schwellung der Schleimhäute, wodurch die Atemwege verengt werden und der charakteristische, raue, bellende Husten entsteht. Häufig wird der Husten von Heiserkeit und einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen begleitet. Bei starken Hustenattacken kann es auch vorkommen, dass betroffene Kinder ein Würgefühl entwickeln oder sich erbrechen müssen. Das ist aber eher selten.
Die Anfälle treten meist nachts auf, häufig in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden. Betroffene Kinder wachen auf und sind oft ängstlich und verunsichert. In der Regel klingen die Beschwerden jedoch innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab.
In schweren Fällen kann die Verengung der Atemwege bei Kindern Atemnot verursachen. Dann sollten Sie sofort den Notarzt rufen oder in die Notaufnahme fahren.
Hat man bei Keuchhusten Würgereiz?
Ja, der Würgereiz bis hin zum Erbrechen ist ein klassisches Begleitsymptom bei Keuchhusten (Pertussis).
Die Erkrankung verläuft typischerweise in heftigen, krampfartigen Hustenstößen. Am Ende einer solchen Attacke versuchen die Kinder krampfhaft einzuatmen (was häufig wie ein Jauchzen klingt). Oftmals wird danach ein Würgereiz ausgelöst und es kommt zu Erbrechen von zähem Schleim.
Abgeschwächte Symptome bei geimpften Kindern
Die meisten Kinder sind gegen Keuchhusten geimpft. Tritt die Erkrankung dennoch auf, verläuft sie meist weniger schwer, und die Symptome sind oft nicht so charakteristisch. Entsprechend treten Würgereiz und Erbrechen seltener auf. In vielen Fällen wird der Keuchhusten daher von Eltern gar nicht als solcher erkannt, sondern als grippaler Infekt eingestuft.
Warum hustet mein Kind nur in der Nacht und würgt Schleim hoch?
Hustenattacken treten bei Kleinkindern in der Nacht oft verstärkt auf, weil der Schleim aus Nase und Nebenhöhlen im Liegen den Rachen hinunterläuft. Dieses Phänomen wird auch als Post-Nasal-Drip bezeichnet. Der herunterfließende Schleim kann dann einen Hustenreiz auslösen und teilweise auch zu Würgen führen.
Auch ein klassischer Reizhusten im Rahmen einer Erkältung ist abends oft besonders ausgeprägt. Zum einen wird der Hustenreiz in der liegenden Position häufig verstärkt, zum anderen fehlt Kindern abends im dunklen Zimmer Ablenkung und sie konzentrieren sich viel stärker auf das unangenehme Hustengefühl als tagsüber.
Zusätzlich wird nächtlicher Husten durch folgende Faktoren verstärkt:
- Trockene Raumluft: Die Heizungsluft im Winter kann die Atemwege zusätzlich reizen.
- Kältere Raumtemperatur: Ein gewisser Temperaturunterschied beim Einatmen kann ebenfalls Reizungen hervorrufen und einen Hustenreiz verstärken.
- Bestimmte Auslöser im Kinderzimmer: Dazu gehören beispielsweise Hausstaubmilben oder Tierhaare. Bei wiederkehrendem nächtlichen Husten sollte das Zimmer außerdem einmal gründlich auf Schimmel geprüft werden.
Wenn Ihr Kind regelmäßig unter nächtlichen Hustenattacken leidet, die vor allem mitten in der Nacht auftreten, also nicht beim Einschlafen oder Aufwachen, sollten Sie Ihr Kind einmal ärztlich untersuchen lassen. In manchen Fällen kann der nächtliche Husten ein Hinweis auf Asthma sein.
Sie möchten noch mehr zu nächtlichem Husten bei Kindern erfahren? Lesen Sie hier: Husten nachts bei Kindern: Was tun?
Wie kündigt sich ein Pseudokrupp-Anfall an?
Ein Pseudokrupp-Anfall beginnt meist mit einer Erkältung. Typischerweise tritt dann plötzlich (oft in der zweiten Nachthälfte) ein rauer, bellender Husten auf. Betroffene Kinder leiden außerdem häufig an Heiserkeit und einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen, einem sogenannten Stridor. Betroffene Kinder sind zudem typischerweise ängstlich und unruhig. In Ausnahmefällen können starke Hustenattacken auch von Würgereiz und leichtem Erbrechen von Schleim begleitet sein.
Versuchen Sie als Eltern bestmöglich Ruhe zu bewahren und Ihr Kind zu beruhigen und etwas die Angst zu nehmen. Stress und Angst führen dazu, dass sich die Hustenattacke verstärkt und sollten daher möglichst reduziert werden.
Quellen:
gesundheitsinformation.de: Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern [online]. https://www.gesundheitsinformation.de/schnupfen-husten-und-halsschmerzen-lindern.html.
kkindergesundheit-info.de: Atemwegsinfekte – häufige Erkrankungen bei Kindern [online]. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/erkrankungen/grippaler-infekt.
kindergesundheit-info.de: Beschwerden lindern – Hausmittel für Kinder [online]. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/alltagstipps/im-krankheitsfall/hausmittel-fuer-kinder/.



