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Header zum Artikel "Verstopfte Nase bei Kleinkindern und Babys – was tun?"

Verstopfte Nase bei Kindern und Babys – was tun?

Autorin:

Kinder und Babys leiden gerade in den ersten Lebensjahren sehr häufig unter Atemwegsinfekten. Eine verstopfte Nase gehört dabei leider zu den häufigsten und gleichzeitig für die Kinder oft unangenehmsten Symptomen. Wie kann man als Eltern den Heilungsverlauf unterstützen? Was hilft, die Nase wieder zu befreien, damit Ihr Kind wieder besser Luft bekommt? In folgendem Beitrag erfahren Sie mehr zu den Behandlungsmöglichkeiten – und praktischen Tipps für den Alltag.

Behandlung einer verstopften Nase bei Kleinkindern

Wie bekommt man die Nase frei bei Kindern?

Gegen eine verstopfte Nase bei Kindern gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Maßnahmen:

Feuchtigkeit: Das festsitzende Sekret muss verflüssigt werden, damit es leichter abfließen kann. Eine bewährte Methode für Eltern ist die Anwendung von isotonischen Kochsalzlösungen in Form von Nasensprays oder Tropfen. Auch Nasenduschen haben eine ähnliche Wirkung. Die Kochsalzlösung befeuchtet die Schleimhäute sanft, ohne sie zu irritieren oder auszutrocknen. Außerdem sollten Sie die Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer erhöhen, besonders vor dem Schlafengehen.

Hilfe aus der Natur: Pflanzliche Arzneimittel enthalten meist mehrere Heilpflanzen und wirken Schnupfen und Erkältung so gleich auf unterschiedliche Weise entgegen. Sie sind gut verträglich und wirken schonend. Einige pflanzliche Arzneimittel dürfen auch schon bei kleinen Kindern angewendet werden. In Sinupret® Saft ist beispielsweise eine wertvolle 5-Pflanzenkombination enthalten, die den Schleim löst, die Nase öffnet und den Kopf befreit. Der Saft ist bereits für Kinder ab 2 Jahren geeignet.

Abschwellende Nasensprays und -tropfen: Diese enthalten Wirkstoffe, die die Schleimhäute in der Nase schnell abschwellen lassen. Sie sind vor allem für die kurzfristige Anwendung gedacht, um den Druck in Nase und Nasennebenhöhlen zu reduzieren. Da bei längerer Anwendung Nebenwirkungen auftreten können, dürfen solche abschwellenden Präparate nicht länger als eine Woche am Stück angewendet werden.

Sind bei Ihrem Kind auch die Nasennebenhöhlen betroffen? Hier erfahren Sie mehr zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten: Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) bei Kindern – Was tun?

Was tun, wenn mein Baby eine verstopfte Nase hat?

Da Babys in den ersten Lebensmonaten fast ausschließlich durch die Nase atmen, ist eine verstopfte Nase hier besonders belastend – vor allem beim Trinken und Schlafen. Eltern können vorsichtig versuchen, Muttermilch oder Kochsalzlösung in die Nasenlöcher zu träufeln. Das hilft dabei, den festsitzenden Schleim etwas zu verflüssigen und die gereizten Schleimhäute zu beruhigen.

Viele Eltern greifen zudem gerne auf einen Nasensauger zurück. Bei Säuglingen ist dies oft die einzige Möglichkeit, den Schleim mechanisch zu entfernen, da sie sich noch nicht selbst schnäuzen können. Achten Sie darauf, den Sauger behutsam anzuwenden, um die empfindlichen Nasenwände nicht zu verletzen.

Was tun, wenn das Kind keine Luft durch die Nase bekommt?

Wenn Ihr Kind sichtlich kämpft und keine Luft durch die Nase bekommt, ist das für Eltern oft sehr beunruhigend. In solchen Situationen ist es aber besonders wichtig, Ruhe zu bewahren. Setzen Sie Ihr Kind am besten aufrecht hin oder lagern Sie den Oberkörper im Bett etwas höher. In dieser Position kann das Sekret leichter abfließen und der Druck in der Nasenschleimhaut wird reduziert. Außerdem fällt den Kindern so das Atmen leichter.

Sollte die Nase komplett „dicht“ sein, kann ein abschwellendes Nasenspray schnell die Nase befreien. Dieses wirkt meist innerhalb weniger Minuten.

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind zusätzlich Fieber bekommt, ungewöhnliche Geräusche beim Atmen macht oder sehr apathisch wirkt, sollten Sie zeitnah einen Kinderarzt aufsuchen.

Fieber bei Babys und Kindern sorgt schnell für Beunruhigung bei den Eltern. Hier erfahren Sie mehr: Fieber bei Erkältung – Was müssen wir als Eltern beachten?

Hausmittel und Hinweise für den Alltag bei verstopfter Nase

Welche Hausmittel helfen gegen eine verstopfte Nase bei Kindern?

Hausmittel sind oft eine beliebte Ergänzung zu den anderen Behandlungsmöglichkeiten. Ein Klassiker ist die Zwiebel. Schneiden Sie einfach eine Zwiebel in Würfel und hängen Sie diese in einem Säckchen oder stellen Sie sie in einer Schale in die Nähe des Kinderbettes. Die darin enthaltenen ätherischen Öle (Schwefelverbindungen) wirken schleimlösend und abschwellend.

Außerdem eine bewährte Methode: Inhalieren. Für kleine Kinder gibt es gebrauchsfertige Inhalierhilfen. Diese sind einfach anzuwenden und reduzieren das Risiko für Verbrennungen und Verletzungen durch den heißen Dampf. Am besten eignet sich Kochsalzlösung für die Inhalation. Bei ätherischen Ölen sollten Sie bei Kindern sehr zurückhaltend sein. Bei den kleinen Patienten sind die Atemwege noch viel empfindlicher und können leichter gereizt werden. Wichtig: Bei Babys und Kleinkindern können ätherische Öle schwere Atemnot auslösen und dürfen daher niemals verwendet werden.

Hat Ihr Kind zusätzlich Halsschmerzen? Lesen Sie hier, was Sie tun können: Hausmittel und Tipps gegen Halsschmerzen bei Kindern

Hilft Naseputzen bei verstopfter Nase?

Naseputzen hilft, den lockeren Schleim aus dem vorderen Nasenbereich zu entfernen und die Nase so mechanisch etwas zu befreien. Allerdings neigen betroffene Kinder häufig dazu, mit zu viel Druck zu schnäuzen. Wenn Sie Ihr Kind dabei unterstützen, achten Sie darauf, dass es nur ein Nasenloch zuhält und nur sanft ausschnaubt. Zu starkes Schnäuzen kann den Schleim in die Nebenhöhlen oder das Mittelohr drücken, was im schlimmsten Fall die Ausbreitung der Entzündung fördern kann.

Ist es besser, wenn Kinder schnäuzen oder die Nase hochziehen?

Es klingt für viele Eltern unhygienisch, aber medizinisch gesehen ist das Hochziehen der Nase oft gesünder als starkes Schnäuzen.

Beim Hochziehen entsteht ein Unterdruck, der das Sekret in den Rachen befördert, wo es heruntergeschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht wird. Beim Schnäuzen hingegen kann es passieren, dass der Schleim in die Nasennebenhöhlen gelangt oder dass es durch den starken Druck zu Nasenbluten kommt. Wenn Ihr Kind also lieber „hochzieht“, steht dem aus medizinischer Sicht nichts entgegen.

Verstopfte Nase bei Kindern - wichtige Fragen und Antworten auf einen Blick

Quellen: 

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V.: Rhinosinusitis S2k-Leitlinie, 04/2017, verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/017-049_und_053-012l_S2k_Rhinosinusitis_2022-12-abgelaufen.pdf.

Rose et al., Pädiatrische, H. N. O.: "Rhinosinusitis bei Kindern und Jugendlichen".

kindergesundheit-info.de: Atemwegsinfekte – häufige Erkrankungen bei Kindern, verfügbar unter: https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/erkrankungen/grippaler-infekt/.

gesundheitsinformation.de: Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern, verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/schnupfen-husten-und-halsschmerzen-lindern.html.

Autor/-in unseres Artikels
Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
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Medizinische Prüfung des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin
Studium:

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn

Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung
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