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Header zum Artikel Husten ohne Erkältung – was kann das sein?

Mein Kind hustet ständig ohne Erkältung – Was kann das sein?

Autorin:

Husten kommt im Kindesalter sehr häufig vor. Meist steckt eine harmlose Erkältung dahinter, bei der sich Ihr Kind von anderen Kindern angesteckt hat. Aber was, wenn der Husten auch ohne Erkältung noch hartnäckig anhält oder immer wieder kommt? Hier muss unterschieden werden, ob der Husten ganz ohne vorangegangen Infekt auftritt oder ob er nur länger anhält, obwohl alle anderen Symptome bereits abgeklungen sind. Erfahren Sie mehr zu den Ursachen von Husten ohne Erkältung und wie Sie sich als Eltern am besten verhalten.

Kann ein Kind husten, ohne krank zu sein?

Ja, das ist durchaus möglich. Eltern beobachten oft besorgt, dass ihr Nachwuchs beim Toben oder in der Nacht hustet, obwohl weder Schnupfen noch Fieber vorliegen. In vielen Fällen handelt es sich dabei um eine Überempfindlichkeit der Atemwege. Nach einem überstandenen Infekt können die Bronchien noch über Wochen gereizt sein.

Das Kind ist dann zwar nicht mehr „akut krank“ oder ansteckend, aber die Schleimhäute reagieren noch empfindlich auf kleinste Reize wie kalte Luft oder körperliche Anstrengung mit Husten. Häufig reichen schon eine trockene Heizungsluft im Winter oder eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer aus, um den Hustenreiz zu triggern. Ein solcher Husten kann auch mal mehrere Wochen nach einem überstandenen grippalen Infekt anhalten.

Ihr Kind kann wegen des Hustens nicht mehr gut schlafen? Lesen Sie hier: Husten nachts bei Kindern: Was tun? 

Sie suchen nach schonenden Alternativen, um den Hustenreiz bei Ihrem Kind zu lindern? Lesen Sie hier: Reizhusten bei Kindern: Welche Hausmittel helfen schnell?

Was kann die Ursache für ständigen Hustenreiz bei Kindern sein?

Wenn der Husten zum ständigen Begleiter wird, kann das verschiedene Ursachen haben.

Die häufigsten Auslöser abseits einer Erkältung:

  • Allergien: Ein Klassiker ist der Heuschnupfen oder eine Hausstauballergie. Wenn Ihr Kind vor allem nachts oder zu bestimmten Jahreszeiten vermehrt hustet, können Pollen oder Hausstaubmilben die Auslöser für den Hustenreiz sein.
  • Asthma bronchiale: Oft beginnt Asthma im Kindesalter nicht mit Atemnot, sondern mit einem hartnäckigen, trockenen Husten, der vor allem bei Belastung (Rennen, Lachen) auftritt. Wenn Ihr Kind jahreszeitenunabhängig unter ständigem Husten leidet, sollte dies daher einmal genauer ärztlich abgeklärt werden.
  • Passivrauchen und Umweltreize: Kinderlungen reagieren sehr empfindlich auf Tabakrauch, Abgase oder starke Parfüms. Wenn diese Reize in der täglichen Umgebung des Kindes permanent vorhanden sind, kann dies auch einen vermehrten Hustenreiz auslösen und im schlimmsten Fall sogar zu Schädigungen des Atemtrakts führen.
  • Vergrößerte Polypen: Diese und andere angeborene Besonderheiten in der Nasenstruktur können dazu führen, dass bei betroffenen Kindern vermehrt Sekret hinten den Rachen hinunterläuft (sog. Post-Nasal-Drip-Syndrom) anstatt vorne über die Nase abzufließen. Das Sekret im Rachenraum kann dann einen Hustenreiz auslösen bzw. ständiges Räuspern verursachen.
  • Fremdkörper: Bei Kleinkindern sollte man bei ungewöhnlichem Husten auch immer daran denken, dass ein verschlucktes Kleinteil oder ein Stück Speiserest in die Atemwege gelangt sein könnte und zu einer Reizung führt.

Ihr Kind ist noch ganz klein? Erfahren Sie hier mehr zu den verschiedenen Auslösern: Husten bei Babys und Kleinkindern: mögliche Ursachen 

Welche psychischen Ursachen kann chronischer Husten bei Kindern haben?

Chronischer Husten bei Kindern kann auch psychisch bedingt sein. Man spricht hier von einem sogenannten habituellen Husten oder psychogenen Husten. Bei betroffenen Kindern ist dieser Husten oft auffällig laut. Typischerweise besteht der Husten aber nicht in der Nacht.

Dieser Gewöhnungshusten entsteht häufig nach einem grippalen Infekt mit Hustenbeschwerden. Nach Abklingen des Infekts behalten betroffene Kinder diesen Habitus des Hustens bei, ohne dass es dafür noch einen organischen Grund gibt. Sprich das Kind hat sich durch die Erkältung an das ständige Husten gewöhnt und hustet nun auch ohne den Entzündungsreiz im Rachen weiter. Aus diesem Grund „verschwindet“ der Husten charakteristischerweise auch nachts. Im Schlaf denken betroffene Kinder nicht mehr darüber nach und lösen den Husten auch nicht mehr aktiv aus.

Auch in Stresssituationen – etwa vor Klassenarbeiten oder bei Konflikten in der Familie – kann es vorkommen, dass Kinder vermehrt husten. Der Husten dient hier dann meist unbewusst als Ventil für die Anspannung oder als Mittel, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten. Für Sie als Eltern ist es in erster Linie wichtig, dies nicht als „Simulieren“ abzutun, sondern den emotionalen Druck dahinter ernst zu nehmen.

Ist Husten ohne eine Erkältung gefährlich?

In den meisten Fällen ist so ein isolierter Husten nicht unmittelbar gefährlich, aber er ist ein Symptom, das Sie beobachten sollten. Wenn der Husten die Nachtruhe beispielsweise stark beeinträchtigt, leidet die Regenerationsfähigkeit des Kindes und es fehlt ihm wichtige Erholung.

Langfristig kann unbehandelter chronischer Husten, der möglicherweise durch eine Allergie ausgelöst wird oder auf einem allergischen Asthma basiert, auch zu Schädigungen im empfindlichen Atemtrakt der Kinder führen. Lassen Sie ständigen oder immer wiederkehrenden Husten bei Kindern daher immer lieber einmal gründlich ärztlich abklären, um ernste Ursachen auszuschließen und gegebenenfalls rechtzeitig eine gezielte Behandlung einleiten zu können.

Bei Atemnot sofort ins Krankenhaus

Wenn der Husten mit Atemnot, Pfeifgeräuschen beim Atmen oder einer bläulichen Verfärbung der Lippen einhergeht, sollten Sie immer sofort eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Auch wenn der Verdacht besteht, dass das Kind etwas eingeatmet bzw. verschluckt hat (Fremdkörperaspiration), müssen Sie sofort in die Notaufnahme. Durch die Verlegung der Atemwege kann eine akute Lebensgefahr für das Kind bestehen.

Fazit: Wann muss ein Kind mit Husten zum Arzt?

Als Faustregel gilt: Ein Husten, der länger als drei bis vier Wochen anhält, sollte immer lieber ärztlich abgeklärt werden, auch wenn keine anderen Krankheitssymptome vorliegen.

Außerdem sollte bei folgenden Anzeichen neben dem Husten eine kinderärztliche Praxis aufgesucht werden:

  1. Leistungsabfall: Ihr Kind ist beim Spielen ungewöhnlich schnell erschöpft oder klagt über Schmerzen in der Brust.
  2. Atemgeräusche: Wenn Sie ein Rasseln, Pfeifen oder Giemen beim Ein- oder Ausatmen hören.
  3. Gewichtsverlust/Nachtschweiß: Der Husten geht mit allgemeiner Schwäche, einem Gewichtsverlust oder anderen Erschöpfungssymptomen einher.
  4. Allergieverdacht: Der Husten tritt immer in bestimmten Situationen auf, z. B. Kontakt mit Tieren, im Bett oder beim Wandern.
  5. Verdacht auf Fremdkörper: Der Husten beginnt ganz plötzlich aus voller Gesundheit heraus nach dem Essen oder dem Spielen mit Kleinteilen.

Je nach Beschwerden wird der Kinderarzt Ihnen als Eltern zunächst einige Fragen zu dem Husten und dem allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Kindes stellen. Im nächsten Schritt wird dann in der Regel die Lunge Ihres Kindes abgehört. Außerdem stehen verschiedene Untersuchungen wie beispielsweise Lungenfunktions- oder Allergietests zur Verfügung.

Quellen: 

Kinder- und Jugendmedizin 2013; 13(05); J. Rosenecker; DOI: 10.1055/s-0038-1629352.

Lungeninformationsdienst – Husten bei Kindern. [online] https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/artikel/husten-bei-kindern-wird-daraus-asthma-oder-eine-allergie.

MSD Manual – Husten bei Kindern. [online] https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-kindern/symptome-bei-s%C3%A4uglingen-und-kindern/husten-bei-kindern.

Autor/-in unseres Artikels
Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
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Medizinische Prüfung des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Ärztin
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Ärztin
Studium:

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn

Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung
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